Archiv der Kategorie: Boccia

Einsatz in Mannheim bei Landesspielen Special Olympics Baden-Württemberg 2022

Gerade 3 Wochen sind die Nationalen Spiele der Special Olympics in Berlin vorüber und schon waren wieder Pétanque-Spielerinnen im Einsatz.

Blick in die Halle

Bei den aus dem letzten Jahr verschobenen Landesspiele in Baden-Württemberg der Special Olympics konnten nach den Nationalen Spielen schon wieder Verbandsangehörige sich als Schiedsrichterinnen bewähren. Elisabeth Fenne und Christina Kroll, beide Mitglieder des TSV Badenia Mannheim, hatten zusammen mit Petra Schausen, Turnierleiterin des SOD LV Baden-Württemberg, die Berta-Benz-Halle in Mannheim für den Wettbewerb im Boccia vorbereitet und unterstützten tatkräftig und mit der richtigen Art und Weise die Wettbewerbe im Einzel, Doppel und im Team vom 13.-15. Juli 2022.

Elisabeth im Einsatz

18 Starterinnen und Starter mussten im Klassifizierungwettbewerb ihre Leistungsfähigkeit beweisen und Christina und Elisabeth hatten zusammen mit vielen Volunteers einiges zu messen bevor es in die verschiedenen Leistungsklassen der einzelnen Wettbewerbe ging.

Christina zeigt Punktzahl an

Die Freude der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist ansteckend und unsere beiden tatkräfigen Schiedsrichterinnen berichteten auch danach völlig begeistert von der tollen Atmosphäre und den fairen Wettspielen.

Ein überglücklicher Steffen mit seinem Partner Thomas und Elisabeth

Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass ein Vereinsmitglied der Bouleabteilung der Badenia kursfritstig wegen einer Vakanz im Starterfeld noch in die Spiele eingreifen und völlig überraschend dann mit einer Silbermedaille ausgezeichnet werden konnte. Steffen Langer von der TSV Badenia 1889 Feudenheim hat als Nachrücker teilgenommen und auf Anhieb eine Silbermedaille gewonnen. Thomas Knosp von der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal/Murgtalwerkstätten, ein erfahrener, routinierter Bocciaspieler, durfte sich über seine zweite Goldmedaille freuen. Einen „Herzlichen Glückwunsch“ an beide Athleten!

Petra Schausen war hochzufrieden mit dem Engagement der Helferinnen und Helfer vor Ort, die sich aus jungen Erwachsenen aus Mannheim zusammensetzte. Christina und Elisabeth wurden in diesem Zusammenhang auch gleich umworben, um im nächsten Jahr bei den Special Olympics World Games Berlin 2023 mitzuwirken.

Medaillen werden im Namen des DBBPV verliehen

Bei der anschließenden Verleihung der Medaillen konnte Jürgen Hatzenbühler, Bundesgeschäftsführer DBBPV, viele zufriedene und fröhliche Gesichter wiedersehen, da einige Teilnehmer auch schon bei den Nationalen Spielen in Berlin dabei waren.

Mit der obligatorischen LaOla für das Podium wurden dann noch alle Teilnehmer und auch Sieger gefeiert.

Wieder eine gelungene Veranstaltung und ein toller Einsatz von Verbandsangehörigen der in unserem Spitzenverband die Inklusion leben läßt.

Die nationalen Spiele der Special Olympics Berlin 2022

Eine Woche lang, vom 19. bis zum 24. Juni 2022, fanden die Nationalen Spiele
der Special Olympics Deutschland statt, die auch mit Unterstützung von
Ehrenamtlichen Helfern des DBBPV, des DPV und seinen Landesverbänden für alle
zu einem unvergesslichen Erlebnis wurden.

Renate beim Einsatz auf der Bahn

Eine Woche mit persönlichen Höhepunkten, selten so intensiv erlebten
Emotionen und mit Sportlerinnen und Sportler, die bei hochsommerlichen
Temperaturen Höchstleistungen vollbrachten.

In der Sportart Boccia mit dem Regelwerk der SOD waren rund 220 Athletinnen
und Athleten in bis zu 14 Leistungsklassen am Start und spielten auf 14 Bahnen
in der Rudolf-Harbig-Halle, in unmittelbarer Nähe zum Olympiastadion Berlin, im
sportlich fairen Wettbewerb um die Platzierungsschleifen und Medaillen. Dabei waren
Wettbewerbe im Einzel, Doppel und Team angesetzt, sowie in der Disziplin
Unified-Partners.

Dieter immer korrekt gekleidet: Sports Official

Die diesjährigen Spiele waren zugleich die „Generalprobe“, für die im
nächsten Jahr stattfindenden Special Olympics World Games 2023 und so waren,
das Lokale Organisations-Komitee und alle Beteiligten besonders gespannt, wie
eine solche Veranstaltung zwar ohne Publikum aber ansonsten unter „World
Games“ Bedingungen nach der Pandemie zu organisieren sein wird. Das unter
diesen Vorzeichen nicht alles rund laufen würde, war schon im Vorfeld zu
erahnen, aber die Möglichkeit das Zusammenspiel der unterschiedlichen
organisatorischen Bereiche, wie Wettbewerbsorganisation, Verpflegung,
Kommunikation aber auch der „Ernstfall“ mit dem Einsatz des
internationalen Reglements zu testen, zeigten Stärken und Schwächen der
Planungen auf und helfen so die „World Games 2023“ noch besser
vorzubereiten.

Philipp Lahm, Fussball-Weltmeister und ehemaliger Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft, übergibt Medaillen

Trotz aller hier kurz aufgezeigten Hemmnisse muss man aber vor allem die
Athletinnen und Athleten, Betreuer und Helfer hervorheben, die dieser
Veranstaltung mit sportlichem Ehrgeiz, Freude über das Erreichte und durch eine
Herzlichkeit im Umgang einen Stempel aufdrückten, den man selten so bei solch
großen Veranstaltungen findet.

Auch im Namen des DBBPV wurden Medaillen übergeben

Einen essenziellen und überragenden Anteil brachten aber auch unsere
Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter hier ein, die trotz hoher Intensität bei
der Zahl der Spiele immer einen qualitativ hochwertigen und menschlich
einwandfreien Einsatz zeigten. Geduld, Empathie und Improvisationskunst waren
trotz körperlicher Beanspruchung durch die langen Tage immer auf einem
Spitzenlevel, und das Zusammenspiel Aller in Situationen, die ganz besonders
herausforderten machte diese Arbeit zu einem 100% Erfolg für uns alle. So viel
gesellschaftliches Engagement dermaßen konzentriert findet man nicht oft und
kann es gar nicht hoch genug bewerten.

VIELEN DANK! dafür.

Unsere Schiedsrichter*innen! VIELEN DANK!

Viele unserer Schiedsrichter*innen haben schon jetzt ihre Unterstützung auch
bei den World Games zugesagt, um aber die personelle Situation entspannter zu
gestalten und die Einzelbelastung etwas niedriger ausfallen zu lassen suchen
wir nach wie vor Freiwillige, die diese einzigartige Veranstaltung auch im
nächsten Jahr mit unterstützen. Im Gegensatz zum Einzelschiedsrichter bei
vielen Sportarten hier ist ein Team am Spielfeld gefragt und neben bewährten
„Hauptschiedsrichter*innen“ werden Flaggen- und
Linienschiedsrichter*innen ebenfalls gesucht.

Die Bilder dieses Artikels wurden und von Ilka Hasse dankenswerter bereitgestellt,
da vielen von uns auf Grund der Aufgaben vor Ort es gar nicht möglich war noch
Fotos zu machen. Ilka war mit einer großen und erfolgreichen Gruppe als
Betreuerin und Coachin vor Ort und konnte mit ihren Athlet*innen sehr viele
Erfolge feiern.

Wer Informationen sucht oder sich gar beteiligen möchte wendet sich mit dem Stichwort „Special Olympics World Games“ an Jürgen Hatzenbühler bgf@dbbpv.de und wird dort weitere Informationen erhalten.

Hoher Besuch bei den „Boccianern“ …

Konrad Adenauer war es nicht, aber …

… so überschrieb der SC Rot-Weiß Rheinau den Besuch von Joachim Kamrad zu einem Austausch über den Verein, den Verband und natürlich für ein paar geworfene Kugeln.

Hier ist der Bericht zu lesen.

Gut, daß die geltenden Corona-Regeln solche Präsenztreffen wieder möglich machen; gemeinsame Gespräche und gemeinsames Spiel helfen beiden Seiten unseren Sport weiter zu fördern.

Abbildung: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F005916-0009 / Unterberg, Rolf / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5448933

Olympisch? Ja, aber speziell!

Der olympische Gedanke ist mehr als das, was bei den Olympischen Spielen stattfindet.
Die Olympischen Spiele stehen zwar unter dem Motto „schneller, höher, stärker“, aber „dabei sein ist Alles“ ist das, womit wir uns alle uns schon einmal getröstet haben, wenn‘s mal nicht so richtig lief.
„Dabei sein ist Alles“ kann aber auch Teilhabe bedeuten und da sind wir bei den Special Olympics, der weltweit größten Organisation für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, in deren Weltverband etwa 4 Mio. AthletInnen aus 170 Ländern organisiert sind.
Der deutsche Verband gehört seit 2007 dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) an, und zwar als Fachverband mit besonderen Aufgaben.

Special Olympics Deutschland (SOD) hat sich mit seinen 40.000 organisierten SportlerInnen dem Ziel verschrieben, „Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen“.




Warum berichten wir darüber? Nun, dieser Zielsetzung hat sich der DBBPV angeschlossen. Boccia gehört zu den offiziellen Sportarten der Special Olympics und wird unter einheitlichen Special Olympics Regeln Link zu den SPO-Regeln für Boccia bei Wettbewerben und Spielen auch einheitlich umgesetzt.

Auf der Grundlage der Mitgliedschaft von SOD und DBBPV im DOSB wurde nun eine Zusammenarbeit vereinbart Link der Vereinbarungen und Link der Vereinbarungs-Ergänzung mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung die gleichberechtigte Teilnahme an Sportaktivitäten zu ermöglichen. SportlerInnen aus beiden Verbänden sollen so an den Veranstaltungen des jeweils anderen Verbandes teilnehmen können. Eine Besonderheit der Special Olympics ist: Ein Sportler ohne Behinderung bildet mit einem Sportler mit Behinderung ein Team. Das gilt natürlich auch für Sportlerinnen.

Die Zusammenarbeit geht aber über das gemeinsame Spiel, den gemeinsamen Sport hinaus. Beide Verbände wollen einander bei der Organisation und Durchführung von Wettbewerben auf jeder Ebene unterstützen, TrainerInnen und SchiedsrichterInnen können an geeigneten Maßnahmen der jeweils anderen Verbände teilnehmen, ReferentInnen für Aus- und Weiterbildung übergreifend tätig werden, auch der Austausch zwischen den Verantwortlichen der Verbände soll ermöglicht werden.


Neben all diesen Punkten, die noch der praktischen Ausgestaltung bedürfen, wurde aber schon eine konkretere Maßnahme vereinbart: unsere Unterstützung bei den Special Olympics World Games, die vom 17. bis 24.06.2023 in Berlin stattfinden werden. Bei diesen achttägigen „Weltspielen der Inklusion“ werden sich 7.000 AthletInnen, 3.000 TrainerInnen, 3.500 Offizielle und bis zu 12.000 Familienmitglieder und Fans treffen, 20.000 Volunteers sollen die Veranstaltung unterstützen. Kulturelle, inklusive und sportliche Begegnungen sind in ganz Deutschland geplant.

Die Vision dieser Veranstaltung ist es, Mauern einzureißen, auch und gerade in unseren Köpfen und so Inklusion voranzutreiben.

Wer nun wissen möchte, wo der Unterschied zu den Paralympics liegt möge noch einmal zurückblättern zu den ersten beiden Absätzen. Bei den Paralympics geht es eher um die Leistung und den Wettbewerb, in dem sich Personen mit im Wesentlichen körperlichen Handicaps gegenüberstehen und messen. Bei den Special Olympics geht es für Menschen mit kognitiver Behinderung darum, ihren Sport mit Anderen nicht nur im harten Wettbewerb auszuüben; alle TeilnehmerInnen gewinnen.


Special Olympics World Games Abu Dhabi 2019.Nicole Radek hochkonzentriert.

Was bedeutet das nun für uns?

Der DBBPV hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2023 ein Netzwerk zu bilden, das uns mit den Special Olympics verbindet. Hierzu wird vorgeschlagen, in den Mitgliedsverbänden Beauftragte für Inklusion zu ernennen, um die Ernsthaftigkeit des gemeinsamen Zieles zu unterstreichen.
Auch wollen wir kurzfristig eine/n Inklusionsbeauftragte/n ernennen.

Zunächst einmal wird durch die Verbindung der Kreis derer, die mit uns unser Spiel ausüben, erweitert. Wir werden TrainerInnen, SchiedsrichterInnen und Begleitungen auf die Spiele mit Behinderten vorbereiten.






Für das erste Sammeln praktischer Erfahrungen dienen die Special Olympics in Baden-Württemberg, die vom 15. bis 18.06.2021 stattfinden sollen. Hier möchten wir Boule/Pétanque als Sportart vorstellen und Demo-Spiele vorführen und so unseren Sport nicht nur den Behinderten, sondern auch deren Begleitung und Familienangehörigen präsentieren.

Es gibt in den Landesverbänden und den Vereinen schon vereinzelt Inklusionsmaßnahmen, es gibt Erfahrung im Spiel mit den Behinderten und es gibt die engagierten Vereinsmitglieder, die sich dieses Themas angenommen haben – oder noch annehmen wollen.

All diese bitten wir um Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen, bei der Aus- und Weiterbildung und bei der Einbeziehung auch von Behinderten in das Vereinsleben.

Wer sich einbringen möchte, melde sich bitte bei Joachim Kamrad E-Mail, damit wir die Vereinbarung auch mit Leben füllen können, mit Leben, das wir auch in die Vereine tragen wollen.