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Hoher Besuch bei den „Boccianern“ …

Konrad Adenauer war es nicht, aber …

Abbildung: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F005916-0009 / Unterberg, Rolf / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5448933

… so überschrieb der SC Rot-Weiß Rheinau den Besuch von Joachim Kamrad zu einem Austausch über den Verein, den Verband und natürlich für ein paar geworfene Kugeln.
Hier ist der Bericht zu lesen.
Gut, daß die geltenden Corona-Regeln solche Präsenztreffen wieder möglich machen; gemeinsame Gespräche und gemeinsames Spiel helfen beiden Seiten unseren Sport weiter zu fördern.

Olympisch? Ja, aber speziell!

Der olympische Gedanke ist mehr als das, was bei den Olympischen Spielen stattfindet.
Die Olympischen Spiele stehen zwar unter dem Motto „schneller, höher, stärker“, aber „dabei sein ist Alles“ ist das, womit wir uns alle uns schon einmal getröstet haben, wenn‘s mal nicht so richtig lief.
„Dabei sein ist Alles“ kann aber auch Teilhabe bedeuten und da sind wir bei den Special Olympics, der weltweit größten Organisation für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, in deren Weltverband etwa 4 Mio. AthletInnen aus 170 Ländern organisiert sind.
Der deutsche Verband gehört seit 2007 dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) an, und zwar als Fachverband mit besonderen Aufgaben.

Special Olympics Deutschland (SOD) hat sich mit seinen 40.000 organisierten SportlerInnen dem Ziel verschrieben, „Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen“.




Warum berichten wir darüber? Nun, dieser Zielsetzung hat sich der DBBPV angeschlossen. Boccia gehört zu den offiziellen Sportarten der Special Olympics und wird unter einheitlichen Special Olympics Regeln Link zu den SPO-Regeln für Boccia bei Wettbewerben und Spielen auch einheitlich umgesetzt.

Auf der Grundlage der Mitgliedschaft von SOD und DBBPV im DOSB wurde nun eine Zusammenarbeit vereinbart Link der Vereinbarungen und Link der Vereinbarungs-Ergänzung mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung die gleichberechtigte Teilnahme an Sportaktivitäten zu ermöglichen. SportlerInnen aus beiden Verbänden sollen so an den Veranstaltungen des jeweils anderen Verbandes teilnehmen können. Eine Besonderheit der Special Olympics ist: Ein Sportler ohne Behinderung bildet mit einem Sportler mit Behinderung ein Team. Das gilt natürlich auch für Sportlerinnen.

Die Zusammenarbeit geht aber über das gemeinsame Spiel, den gemeinsamen Sport hinaus. Beide Verbände wollen einander bei der Organisation und Durchführung von Wettbewerben auf jeder Ebene unterstützen, TrainerInnen und SchiedsrichterInnen können an geeigneten Maßnahmen der jeweils anderen Verbände teilnehmen, ReferentInnen für Aus- und Weiterbildung übergreifend tätig werden, auch der Austausch zwischen den Verantwortlichen der Verbände soll ermöglicht werden.


Neben all diesen Punkten, die noch der praktischen Ausgestaltung bedürfen, wurde aber schon eine konkretere Maßnahme vereinbart: unsere Unterstützung bei den Special Olympics World Games, die vom 17. bis 24.06.2023 in Berlin stattfinden werden. Bei diesen achttägigen „Weltspielen der Inklusion“ werden sich 7.000 AthletInnen, 3.000 TrainerInnen, 3.500 Offizielle und bis zu 12.000 Familienmitglieder und Fans treffen, 20.000 Volunteers sollen die Veranstaltung unterstützen. Kulturelle, inklusive und sportliche Begegnungen sind in ganz Deutschland geplant.

Die Vision dieser Veranstaltung ist es, Mauern einzureißen, auch und gerade in unseren Köpfen und so Inklusion voranzutreiben.

Wer nun wissen möchte, wo der Unterschied zu den Paralympics liegt möge noch einmal zurückblättern zu den ersten beiden Absätzen. Bei den Paralympics geht es eher um die Leistung und den Wettbewerb, in dem sich Personen mit im Wesentlichen körperlichen Handicaps gegenüberstehen und messen. Bei den Special Olympics geht es für Menschen mit kognitiver Behinderung darum, ihren Sport mit Anderen nicht nur im harten Wettbewerb auszuüben; alle TeilnehmerInnen gewinnen.


Special Olympics World Games Abu Dhabi 2019.Nicole Radek hochkonzentriert.

Was bedeutet das nun für uns?

Der DBBPV hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2023 ein Netzwerk zu bilden, das uns mit den Special Olympics verbindet. Hierzu wird vorgeschlagen, in den Mitgliedsverbänden Beauftragte für Inklusion zu ernennen, um die Ernsthaftigkeit des gemeinsamen Zieles zu unterstreichen.
Auch wollen wir kurzfristig eine/n Inklusionsbeauftragte/n ernennen.

Zunächst einmal wird durch die Verbindung der Kreis derer, die mit uns unser Spiel ausüben, erweitert. Wir werden TrainerInnen, SchiedsrichterInnen und Begleitungen auf die Spiele mit Behinderten vorbereiten.






Für das erste Sammeln praktischer Erfahrungen dienen die Special Olympics in Baden-Württemberg, die vom 15. bis 18.06.2021 stattfinden sollen. Hier möchten wir Boule/Pétanque als Sportart vorstellen und Demo-Spiele vorführen und so unseren Sport nicht nur den Behinderten, sondern auch deren Begleitung und Familienangehörigen präsentieren.

Es gibt in den Landesverbänden und den Vereinen schon vereinzelt Inklusionsmaßnahmen, es gibt Erfahrung im Spiel mit den Behinderten und es gibt die engagierten Vereinsmitglieder, die sich dieses Themas angenommen haben – oder noch annehmen wollen.

All diese bitten wir um Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen, bei der Aus- und Weiterbildung und bei der Einbeziehung auch von Behinderten in das Vereinsleben.

Wer sich einbringen möchte, melde sich bitte bei Joachim Kamrad E-Mail, damit wir die Vereinbarung auch mit Leben füllen können, mit Leben, das wir auch in die Vereine tragen wollen.